Fachtheorie Gestaltung


Ziele und Aufgaben

Gestaltung ist nicht allein Anwenden von Prinzipien und Kenntnis des Materials. Sie ist  vielmehr auch Komposition von Formen und Farben, inspiriert durch Wissen über vergangene und aktuelle Stile und Epochen. Gestalten lernen heißt Sehen lernen.
Im Zusammenspiel der Perspektiven von Kulturgeschichte, Materialstudien, Gestaltungslehre und Stilgeschichte wird die Entwicklung kultureller Kompetenz sowie das Verständnis für textile und werkhafte Sachkultur angestrebt.
Die gewonnenen Erkenntnisse sensibilisieren für Gestaltungsphänomene, fließen in die eigene Arbeit ein und vertiefen die Fähigkeit zur persönlichen Auseinandersetzung mit Kunstwerken und tradierter Handwerkskunst. 

Gestaltungslehre und Stilgeschichte

Inhalte:  Epochen und Stile, typische Merkmale, zeitliche Einordnung, Ursachen, Auswirkungen, Stilgeschichtliche Aspekte und Beispiele werden in die einzelnen Bereiche der Gestaltungslehre integriert:

  • Wahrnehmungslehre: Wahrnehmungsvorgang, -gesetze
  • Formenlehre: Formale Elemente, Formarten, Formgruppierungen
  • Farbenlehre: Naturwissenschaftliche Grundlagen, Farbmischungen, Farbmittel, Ordnungssysteme, Farbgestaltung, Farbwirkung
  • Kompositionslehre: Ordnungsprinzipien
  • Atelier- und Werkstattbesuche

Materialstudien

Inhalte: Die Inhalte des Faches gliedern sich in zwei Hauptbereiche, die sich aufeinander beziehen.
Grundlegende Faktoren, die bei jeder Materialstudie zu berücksichtigen sind:

  • Kulturgeschichte der Materialien
  • Eigenschaften und Wirkungen des Ausgangsmaterials
  • Eigenschaften und Wirkungen der Werkstoffe in Verbindung mit Fertigungsverfahren/-techniken
  • Verwendbarkeit (technisch-technologische und gestalterische Eignung) des Materials
  • Ökologische Aspekte / Umweltverträglichkeit von Materialien
  • Mögliche gesundheitliche Gefährdung durch Materialien und Hilfsstoffe bei der Verwendung und Weiterverarbeitung
  • Aufbewahrung / Haltbarkeit / Verwertung der Materialreste

Unterschiedliche Materialien, die durch eine Analyse dieser Faktoren erschlossen werden:  Holz, Ton, Metall, Kunststoffe, Papier, Baumwolle, Wolle, Leinen, Seide, Chemiefasern, Varia usw.

Kulturgeschichte

Inhalte:  Der kulturelle und zivilisatorische Wandel der Zeitepochen, seine Ausprägungen in Bezug auf Handwerk und Verfahren, Werkzeug und Maschinen sowie werkhafte und textile Objekte, soll im Betrachten aktueller und historischer Phänomene deutlich werden:

  • Jahresfestkreis und Brauchtum
  • Geschichte des Spielzeugs
  • Kulturgeschichte von Werkzeugen / Gebrauchsobjekten
  • Kulturgeschichte der Pflege- und Erhaltungsverfahren
  • Kulturgeschichte von Dekorationsobjekten
  • Schrift- und Bildzeugnisse der Menschheit
  • Kulturgeschichte der Gestaltungsmittel am Beispiel Farbe
  • Museums- und Ausstellungsbesuche, themenorientierte Exkursionen